Wirtschaft

China-Geschäft schwächeltUS-Nachfrage bringt Deutschland überraschenden Export-Aufschwung

09.06.2026, 11:35 Uhr
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Ein Frachtschiff am Duisburger Hafen wird beladen. (Foto: picture alliance / Jochen Tack)

Deutschlands Wirtschaft kriselt - unter anderem, weil die einstige Export-Stärke nicht mehr besteht. Aktuelle Zahlen sorgen nun aber für Überraschung. Zum dritten Mal in Folge legen die Ausfuhren zu. Der Blick in die Zukunft bleibt aber pessimistisch.

Die deutschen Exporte sind im April trotz der Belastungen der Weltwirtschaft durch den Iran-Krieg den dritten Monat in Folge gewachsen. Die Ausfuhren stiegen wegen der höheren Nachfrage aus Europa und den USA um 0,9 Prozent zum Vormonat auf 136,6 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es im März ein Plus von 0,3 Prozent und im Februar von 3,6 Prozent gegeben hatte. Die Importe legten im April um 1,2 Prozent auf 122,1 Milliarden Euro zu.

Die Exporte in die EU-Staaten stiegen um 1,0 Prozent auf 79,1 Milliarden Euro. Die meisten Ausfuhren in ein einzelnes Land gingen erneut in die USA: Dorthin wurden deutsche Waren im Wert von 11,4 Milliarden Euro geliefert, das waren 1,8 Prozent mehr als im Vormonat. Das deutsche China-Geschäft schrumpfte dagegen: Die Ausfuhren in die Volksrepublik sanken um 3,5 Prozent zum Vormonat auf 5,8 Milliarden Euro.

Ob der Aufwärtstrend anhält, ist fraglich: Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft ist aktuell so schlecht wie seit über einem Jahr nicht mehr. Das Barometer für die Exporterwartungen sank im Mai auf minus 5,5 Punkte, von minus 1,2 Zählern im April, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Das ist der schlechteste Wert seit April 2025. "Trotz einer Erholung des Exportgeschäfts im ersten Quartal bleiben die Aussichten schwierig", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. "Die geopolitische Unsicherheit ist weiterhin hoch."

Zu einem ähnlichen Befund kommt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), die 23.000 Unternehmen befragt hat. Demnach rechnen 29 Prozent der Industriebetriebe mit sinkenden Ausfuhren, nur 19 Prozent mit steigenden. "Die ersten Anzeichen einer Exporterholung zu Jahresbeginn hat der Nahost-Schock zunichtegemacht", so die DIHK.

Quelle: ntv.de, als/rts

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